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Besondere Merkmale:
Der Planet Merkur ist mit bloßen Auge nur sehr schwer zu erkennen. Er besitzt zwar eine starke Helligkeit jedoch hat er einen zu geringen Winkelabstand zur Sonne. Deshalb kann man den Planeten nur für kurze Zeit in der Morgen- oder Abenddämmerung sehen.
Nur 28 Grad kann sich der Planet Merkur für einen Beobachter auf der Erde von der Sonne entfernen.
Merkur wurde in der römischen Mythologie mit dem Gott des Handels identifiziert, da seine schnelle Bewegung auffällig war.
Die Griechen sahen in ihm den Götterboten Hermes. Recht viel wusste man von dem Planeten nicht und so waren vor allem nur die Phasen des Merkur – ähnlich wie bei unserem Erdtrabanten – bekannt.
Da der Merkur keinen Mond besitzt, war die Massenbestimmung für lange Zeit nicht zu ermitteln.
Erst gegen Ende des 19 Jahrhunderts gelang es dem deutschen Astrophysiker Karl Friedrich Zöllner, Rückschlüsse aus dem Rückstrahlvermögen des Merkur zu ziehen.
Die amerikanische Raumsonde Mariner 10 näherte sich 1974/75 Merkur bis auf minimal 327 km und fotografierte tausende scharfe Bilder von der Planetenoberfläche.
Merkur ist der sonnennächste aller Planeten. Da sich Merkur innerhalb der Erdbahn um die Sonne bewegt, kann er am Himmel niemals der Sonne gegenüberstehen.
Der Planet zählt zu den kleinsten Planeten des Sonnensystems. Ein Merkurtag dauert 58,6 Tage.
Auch Merkur verfügt über keine nennenswerte Atmosphäre. Sie besteht u.a. aus Helium und Argon. Die Temperaturen bewegen sich von -150 Grad und +430 Grad. Die Oberfläche erinnert sehr stark an der des Mondes. Auch hier finden sich viele Kratereinschläge von Meteoriten.
Merkur besitzt ein schwaches Magnetfeld. Dies schließt man aus der hohen mittleren Dichte. Es wird daher angenommen, dass der Planet einen Eisen-Nickel-Kern besitzt.
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Besondere Merkmale:
Der Mars ist am Himmel mit bloßem Auge zu erkennen. Er besitzt eine deutlich rötliche Färbung und hat eine große Helligkeit, die jedoch extrem schwanken kann. Zum Zeitpunkt der größten Helligkeit strahlt der Mars wesentlich stärker als Sirius im Sternbild “Großer Hund”, der ansonsten hellste Fixstern am Firmament.
Mars war in der astronomischen Geschichte für die Sterndeuter das Symbol für Blut, Krieg und Feuer. In Rom war er schlechthin der “Kriegsgott”.
Johannes Kepler entdeckte zu Beginn des 17. Jahrhunderts die elliptische Form der Umlaufbahn des Planeten Mars.
Den Planeten Mars hielt man schon im 19 Jahrhundert als bewohnten Planeten. Der italienische Astronom G. Schiaparelli entdeckte um 1877, als der Mars der Erde besonders nahe kam, geometrisch anmutende Kanäle, die er “canali” nannte.
Man vermutete große Wasserstraßen, die auf dem Planeten für Wasser und Ozeane sorgte. Dies erwies sich jedoch als optische Täuschung.
1877 entdeckte man auch die beiden Monde von Mars, Phobos und Deimos, die “Furcht” und “Schrecken” bedeuteten.
Der Abstand von Erde – Mars unterliegt enormen Schwankungen. Er kann von 55.8 Millionen km bis ca. 400 Millionnen km betragen. Dies ist auch der Grund für die enormen Helligkeitsschwankungen. Im Jahre 2003 ist der Mars der Erde wieder sehr nahe und kann gut am Himmel beobachtet werden.
Auf dem Mars gibt es jahreszeitlich bedingte Veränderungen auf der Oberfläche. Man findet an den beiden Polkappen des Planeten Eis. Sie bestehen zum einen aus Wassereis und zum anderen aus Kohlendioxidschnee.
Die extrem dünne Marsatmosphäre führt zu starken Schwankungen der Temperaturen an der Oberfläche. Die Temperaturen können sich von +20 Grad am Äquator bis zu – 140 Grad an den Polen bewegen.
Das Wissen vom Mars beruht vor allem aus den Erkenntnissen der Raumsonden, insbesondere den amerikanischen Mariner- und Viking-Sonden sowie der Pathfinder-Mission mit dem Global Surveyor.
Der Mars ist ein trockener und kalter Wüstenplanet, der von großen Kraterlandschaften geprägt ist, die Meteoriteneinschläge verursachten. Interessant sind neue Erkenntnisse der Wissenschaft, die davon ausgehen, dass in ferner Vergangenheit große Mengen von Wasser den Planeten umgaben. Auf der Marsoberfläche finden sich ausgetrocknete Flußtäler und inaktive Vulkane. Den größten Vulkan nennt man “Olympus Mons, sein Durchmesser beträgt ca. 600 Kilometer mit einer Höhe von ca. 26 km.
Leben auf dem Mars:
ALH 84001 ist ein in der Antarktis gefundener Meteorit, der vom Mars stammt.
In ihm befinden sich versteinerte Bakterien u. eiförmige Strukturen, die vielleicht Marsmikroben waren. Leider gibt es auch hier gespaltene Ansichten, die diese Ergebnisse anzweifeln.
Berühmt und berüchtigt sind auch die Marspyramiden und das “Marsgesicht”. Die Nasa selbst gab den seltsamen Gebilden diesen Namen. Jedoch werden sie von offizieller Seite als Licht-u. Schattenspiel von Felsformationen gesehen und in das Reich der Fabeln verwiesen. Ein eindeutiger Beweis mit großen und deutlichen und vor allem nicht verzerrten Bildern steht jedoch noch aus und vielleicht steht die größte Entdeckung auf dem Mars noch bevor.
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Besondere Merkmale:
Jupiter gehört zu den hellsten Planeten des Himmels.
Die Römer benannten ihn nach ihrem Gott, die Griechen stellten ihn mit Zeus gleich. Galilei entdeckte bereits 1610 vier Jupiter-Monde. Damit bewies Galilei, dass die Erde nicht das Zentrum des Universums war. Dies musste er wohl manchmal widerrufen, um nicht von der Kirche zum Tode verurteilt zu werden. Die Menschen von damals waren noch nicht für diese Botschaft bereit.
Im 17. Jahrhundert entdeckte man den berühmten “Großen Roten Fleck” in der Jupiteratmosphäre, der eine Ausdehnung von über 40 000 Kilometer besitzt. Dieses Gebilde ist ein seit Jahrhunderten andauernder mächtiger Wirbelsturm. Seine kaum veränderliche Position deutet darauf hin, dass er von einer örtlichen Quelle, die weiter tiefer liegen muss, irgendwie in einer stabilen Bahn gehalten wird.
Die beiden amerikanische Voyager-Sonden funkten 1979 eine Fülle von farbigen Bildern für die Jupiter-Forschung. Dabei wurden einige neue Jupitermonde festgestellt.
Jupiter ist der größte und massenreichste Planet im Sonnensystem. Ein Tag auf Jupiter dauert nur ca. 10 Stunden. Diese starke Rotation erklärt die starke Abplattung des Riesenplaneten. Jupiter hat auch keine feste Oberfläche, sie sind Erscheinungsformen der Jupiteratmosphäre, wie helle u. dunkle Streifen u. Bänder. Hier sind Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 km pro Stunde möglich.
Eine Besonderheit des Jupiter besteht darin, dass er mehr Energie abstrahlt als er von der Sonne empfängt. Dies ist damit zu begründen, dass sich in seinem Inneren wahrscheinlich eine Energiequelle befindet, die zusätzliche Wärme an den Planeten abgibt.
Überraschenderweise haben die beiden Voyager-Sonden bei Jupiter ein Ringsystem festgestellt. Die Jupiterringe sind jedoch viel weniger ausgedehnt wie bei Saturn. Sie können von der Erde aus nicht gesehen werden.
Jupiter besitzt insgesamt 16 Monde, wobei die größten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto heißen. Auf Io findet man höchste aktive Vulkane. Europas Oberfläche hat einen dicken Eispanzer und Ganymed ist ein Eismond mit Einschlagkratern von Meteoriten. Kallisto ist hingegen von tausenden Einschlagkratern gekennzeichnet, während bei Io kaum Krater zu beobachten sind. Wahrscheinlich füllen sich bei dem Vulkanmond Io die Krater mit Vulkanasche und Gestein. ´
Hier findet ihr zu jedem Jahr, ab 2004, das genaue Datum der nächsten totalen oder partiziellen Mondfinsternis bis zu Jahr 2019.
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Jahr 2004
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Die Sonnenfinsternis vom 17.April 1912 Hart an der Grenze zur Totalität?
Das astronomische Spitzenereignis des Jahres 1999 war zweifellos die totale Sonnenfinsternis vom 11.August, und sie wird in astronomischer Literatur und Periodika noch lange nachwirken. Weniger bekannt dürfte aber die Tatsache sein, dass es im Jahre 1912 eine Sonnenfinsternis gab, die im deutschsprachigen Raum zwar nur ringförmig war, aber dennoch für einen spektakulären Anblick gesorgt haben dürfte – weil nämlich nicht viel zur Totalität gefehlt hatte.
Am 17.April 1912 ereignete sich eine ringförmig – totale Sonnenfinsternis, die im Norden Südamerikas begann und in Sibirien endete. Abb.1 zeigt den globalen Verlauf der Sonnenfinsternis. Sie begann partiell um 10h00m UT bei Sonnenaufgang nahezu genau am Dreiländereck Venezuela/Guyana/Brasilien mit einer Größe von 0.991. Das heißt, die Sonne wurde dort zu 0.991 Teilen ihres Durchmessers vom Neumond bedeckt. Erstmals ringförmig wurde die Finsternis etwa 1000km weiter östlich bereits über dem Atlantik um 10h05m UT, wo die ringförmige Phase 40sec dauerte. Der Streifen, innerhalb dessen die Finsternis ringförmig war (zentrale Zone), hatte eine Breite von etwa 65km. Die Größe der Finsternis betrug hier 0.995 bei einer Sonnenhöhe von 14° über dem Osthorizont. Dann ging es weiter in nordöstlicher Richtung auf den europäischen Kontinent zu, wobei die Zone der ringförmigen Phase immer schmaler wurde, weil der Monddurchmesser stetig wuchs.
Knapp südlich der Inselgruppe Madeira war die Breite der Zentrallinie auf 2 km zusammengeschrumpft, gleichzeitig erfolgte in diesem Bereich in etwa der Übergang von der ringförmigen zur totalen Finsternis, wenngleich die Totalität dort auch nur von minimaler Dauer war. Die größte Finsternis schließlich wurde etwa 200km westlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon im Atlantik um 11h35m UT erreicht. Die Totalität währte hier gerade 3sec bei einer Breite der zentralen Zone von 2km und einer Sonnenhöhe von 58°. Weiter ging die Reise des Mondschattens dann über die nordwestlichen Bereiche Portugals und Spaniens, wo sich die Bewohner auch noch über eine Totalität freuen durften, die kaum so lang war wie ein Atemzug.
Mitten im Golf von Biskaya erfolgte dann wieder der Übergang von der totalen zur ringförmigen Finsternis. Die Zentrallinie blieb weiterhin schmal: Nachdem der Mondschatten Nordfrankreich und Belgien hinter sich hatte, war sie bei Übertritt der deutschen Grenze im niederrheinischen Raum erst auf etwa 5km Breite angewachsen. Weiter ging es Richtung Nordost über das Ruhrgebiet hinweg. Knapp südlich der Ostseeinsel Rügen verließ der Mondschatten deutsches Festland, überquerte die Ostsee und überstrich die baltischen Länder Lettland und Estland, ehe die russische Grenze überschritten wurde. Etwa 200km nördlich der am Ural gelegenen Stadt Serov berührte der Mondschatten die europäisch – asiatische Grenze. 1500km östlich dieses Punktes unweit der Stadt Surgut war die Sonnenfinsternis letztmals ringförmig zu sehen. Die Breite der zentralen Zone war inzwischen wieder auf 58km angewachsen, die ringförmige Phase dauerte bei einer Größe von 0.993 41sec und einer Sonnenhöhe von 7° über dem Westhorizont. Etwa 1400km weiter südöstlich endete die Finsternis in der Nähe der sibirischen Stadt Krasnojarsk um 13h06m UT partiell bei Sonnenuntergang bei einer Größe von 0.993. Innerhalb von drei Stunden hatte der Mondschatten drei Kontinente überquert und dabei eine Strecke von über 13000km zurückgelegt. Detaillierte Daten zu der Finsternis finden sich im Anhang dieses Berichtes.
Man sollte nun annehmen, dass die astronomische Literatur diese Finsternis gebührend würdigt, zumal Deutschland seinerzeit gleichsam einen Logenplatz innehatte – ähnlich wie bei der Sonnenfinsternis des Jahres 1999.
Leider sah ich mich getäuscht. In meiner gewiss nicht spärlich bestückten Bibliothek fand ich nur wenig Hinweise. Nur das HIMMELSJAHR 1990 und das für das Jahr 1961 erwähnen dieses Ereignis. Selbst Publikationen, die die Sonnenfinsternis vom 11.August 1999 behandeln und auch Rück – und Ausblicke auf vergangene und zu erwartende Finsternisse in Deutschland bringen, fehlen jegliche Hinweise. Eine grobe Unterlassungssünde, wie die folgenden Ausführungen bestätigen werden.
Insgesamt wurden nur wenige größere Städte in Deutschland zentral vom Mondschatten erfasst – was nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt, dass die zentrale Zone nur wenige Kilometer breit war. Die einzigen befanden sich in der Region, um die es im folgenden gehen soll. Abb.3 zeigt den rheinisch – westfälischen Raum mit dem schmalen Pfad der ringförmigen Phase. Dieser hatte einen Durchmesser von 5km. Die Städte Krefeld, Duisburg und Oberhausen lagen innerhalb dessen. Die maximale Finsternis wurde hier gegen 12h20m UT bei einer Sonnenhöhe von knapp 50° erreicht. Die ringförmige Phase dauerte hier nur etwa 5sec (Größe der Finsternis 0.999). Der Durchmesser der Sonne betrug 31`51″, der des Mondes 31`50″! Das ist ein Unterschied von lediglich einer Sekunde, was auf der Zentrallinie einer ´Ringdicke` von einer halben Sekunde entspricht. Das ist ein Winkel, den erst ein größeres Fernrohr sichtbar machen kann. Aber aufgrund ihres Lichts sehen wir auch die noch kleineren, praktisch punktförmigen Fixsterne. Mit anderen Worten: Es muss damals ein haarfeiner Ring zu sehen gewesen sein – aber hatte er ausgereicht, die Chromospähre und die innere Korona zu überstrahlen? Wenn man zusätzlich noch die Randverdunklung unseres Tagesgestirns und das zackige Mondrandprofil ins Kalkül zieht, fragt man sich zu Recht, ob es nicht vielleicht doch zumindest zu einem Perlschnureffekt gereicht hat, was dann einen absoluten Grenzfall zwischen einer ringförmigen und einer totalen Finsternis dargestellt hätte (1). Hier läßt sich natürlich trefflich spekulieren, was den Anblick dieser Sonnenfinsternis betrifft. Aber das kann, darf und will ich an dieser Stelle nicht tun. Ich weiß wohl, dass Chromosphäre sowie innere Korona bei ringförmigen Finsternissen schon gesehen wurden, kann aber keine Beispiele nennen. Hinzu kommt noch, dass es vielleicht mehr oder weniger Auffassungssache ist, ob die Perlschnur bereits der Totalität zuzurechnen ist (2). Und sich nach Augenzeugen umzusehen, dürfte selbst bei in den letzten Jahrzehnten sprunghaft gestiegenen Lebenserwartung der Menschen ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen darstellen (3).
So musste ich einen anderen Weg beschreiten. Vielleicht hatte ja die Tagespresse damals über die Finsternis berichtet. So ermunterte mich mein Bruder, doch einmal im Archiv meiner Heimatstadt Bochum herumzustöbern. Große Hoffnung machte ich mir allerdings nicht, doch das Schicksal war mir gnädig gesonnen – führte es mich doch auf dem Weg zum Archiv zunächst in ein Antiquariat, wo ich zufällig auf ein Buch von Felix Erber aus dem Jahre 1912 stieß.Dieses Buch behandelte die Finsternis vom 17.April etwas ausführlicher und brachte auch einige Fotos (Abb.4). Auch im Archiv wurde ich fündig: Es existierten tatsächlich Zeitungen aus der fraglichen Zeit. So berichtete die Zeitung MÄRKISCHER SPRECHER am 16., 17. und 18. April 1912 über diese Finsternis, wenn auch der Medienrummel nicht ganz so extrem ausgefallen sein dürfte wie bei der Finsternis des Jahres 1999. Zumal in diesen Tagen ein anderes Thema die Schlagzeilen beherrschte – nämlich der hinlänglich bekannte Untergang des Passagierschiffs TITANIC am 15.April – für den die Anhänger der Esoterik garantiert die Sonnenfinsternis verantwortlich gemacht hätten, hätte sie vor dem Untergang des Schiffes stattgefunden.
So fanden sich in dieser Zeitung allgemeine Informationen zur Finsternis, aber auch einige Abbildungen, die z. B. auch den Verlauf der Zentrallinie zeigten. Nur waren die aufgrund des hohen Alters der Zeitung so unansehnlich geworden, dass sie sich für fotografische Reproduktionen nicht mehr eigneten, weil auf ihnen kaum noch etwas zu erkennen war. Immerhin kann ich hier in Auszügen den Bericht eines Augenzeugen präsentieren, der in der Ausgabe vom 18.April erschien. Dieser Mann, bei dem es sich wahrscheinlich um ein Redaktionsmitglied der Zeitung handelte, beobachtete im Bochumer Stadtpark. Zuvor muss allerdings gesagt werden, dass sich Bochum etwa 13km südlich der Zentrallinie befand und die Finsternis deshalb `nur´ partiell war, wenngleich auch mit einer Größe von 0.996:
…Die leuchtende Sonnenscheibe aber ward kleiner und kleiner, bald war´s nur noch wie eine feine Mondsichel, die mehr und mehr an Fläche abnahm, je weiter der Uhrzeiger gegen 1 Uhr vorrückte, da dann die Hauptphase der Verfinsterung eintreten sollte. Noch hatte die Sichel die gewaltige brennende Leuchtkraft des Sonnengestirns, dann aber, als um Viertel nach 1 Uhr nur noch ein schwächlicher Streif von der gelblichen Scheibe links oben übrig geblieben war, anzuschauen wie ein gebrochen Ringlein, da legte sich geisterhafte Dämmerung über Stadt und Land, Windesrauschen hub an und finster ward´s rings umher. Die bängliche, geheimnisvolle Stimmung hielt nicht lange an, schon nach drei, vier Minuten ward es wieder heller, wieder wärmer. Der flache Streif am indigo – dunklen Himmel war an der schwarzen Scheibe nach unten gerutscht, und eine helle Sichel erschien mit wachsender Leuchtkraft. Sie stieg empor, sieghaft und strahlend. Wohlige Wärme sandte der Himmel wieder hernieder, seine Bläue wurde leuchtender, glänzender das Licht der weiter und weiter sich zum Kreisrund dehnenden Sonnenscheibe…
Eine höchst eindrucksvolle Darstellung, in der einige Erscheinungen, die für Sonnenfinsternisse großer Phase charakteristisch sind, Erwähnung finden. Nun kann man sich einigermaßen gut vorstellen, wie sich die Finsternis auf der Zentrallinie manifestiert haben mag, so dass wohl doch mit gewisser Berechtigung von dem weiter vorn erwähnten Grenzfall gesprochen werden darf: Der Bochumer Beobachter erwähnte immerhin einen gewissen Brillantringeffekt, und auch der Finsterniswind entging ihm nicht. Und dass bei einer Finsternis dieser Größe eine merkbare Verdunklung der Umgebung stattfinden muss, bedarf keiner weiteren Diskussion.
So kann, wie ich glaube, bei diesem Ereignis von der zweiten großen Finsternis der Sonne im 20.Jahrhundert für Deutschland gesprochen werden – wobei ich allerdings den Wert der Finsternis vom 11.August 1999 auf keinen Fall schmälern will. Eines jedoch hatte die Finsternis von 1912 der von 1999 voraus: Das Wetter war seinerzeit wesentlich besser.
Für das Ruhrgebiet und den gesamten westfälischen Raum heißt es bis zur nächsten dort sichtbaren totalen Sonnenfinsternis lange warten: Erst am 25.Mai 2142 wird sich die Sonne kurz vor 11Uhr in Essen, Bochum und Dortmund für gut zweieinhalb Minuten total verfinstern.
Anmerkungen
Die ringförmige Sonnenfinsternis vom 20.Mai 1966, übrigens im Saroszyklus ein direkter Nachfolger der Finsternis von 1912, wurde verschiedentlich als `Perlschnurfinsternis´ bezeichnet, da die Größenverhältnisse von Sonne und Mond ähnlich waren wie 1912.
Auf Fotos und Videoaufnahmen ist die Korona während des Brillantringes bereits eindeutig zu sehen – diese Erfahrung machte ich bei der totalen Sonnenfinsternis vom 26.Februar 1998 in Venezuela. Ob dies auch für das bloße Auge zutrifft, vermag ich nicht zu sagen – zumal die Brillantringeffekte bei der Finsternis vom 11.August 1999 durch Wolkenfilterung kaum in Erscheinung traten – und 1998 war ich während der Brillantringe durch meine Videokamera abgelenkt.
Als ich auf einer Tagung über diese Sonnenfinsternis referierte, sprach mich ein Zuhörer an, dessen Großmutter die Finsternis damals gesehen hatte und sie als eindeutig total einstufte.
Auch Temperaturmessungen wurden damals durchgeführt: Bei größter Finsternis war es im Schatten 1.5°C kühler als bei unverfinsterter Sonne. Die Differenz betrug bei Messung in der Sonne 9°C(20°C um 11h50m, 11°C um 1h18m – Zeitangaben laut Pressebericht).
Wer die Blumeninsel noch nicht kennt und noch mehr über Sie erfahren möchte der findet hier ein Portal nur zum Thema Madeira.
Literatur
- Keller, Hans – Ulrich; Das Himmelsjahr 1990, Stuttgart 1989, S.112.
- Gerstenberger, Max; Das Himmelsjahr 1961, Stuttgart 1960, S.29f.
- Erber, Felix; Illustrierte Himmelskunde, Berlin 1912, S.43.
Bochum, im Januar 2004
Hans-Dieter Gera
Hier seht ihr animierte Bilder einer Mondfinsternis zusammengestellt aus den Bildern von Günter Ullman.

Alle Rechte Copyright: Günter Ullmann
Gifanimation erstellt von Mondfinsternis.org
Geschichtliche Ereignisse zum Thema Mondfinsternis
In der Geschichte der Menschheit waren schon seit Urzeiten die Sonnen- u. Mondfinsternisse Boten des Unheils und der Angst. Durch Opfergaben und Gebete versuchten die Menschen das Strafgericht Gottes abzuwenden. Ohne Sonne und Mond konnte es kein Leben auf der Erde geben. Wohl dem, der die Fähigkeit besaß Mond- u. Sonnenfinsternisse zu berechnen und genau vorherzusagen. Hier hatte man gegenüber der unwissenden Bevölkerung große Macht, z.b. die Menschen zu unterdrücken und in Angst zu halten.
Sicher gilt das der große Philosoph Thales von Milet schon im 6. Jahrhundert v. Ch. Sonnen- u. Mondfinsternisse genau vorhersagen konnte. Die prähistorischen Steinzeitmenschen in Stonehenge konnten vermutlich durch die berühmte Anordnung der Steinmonumente Zusammenhänge der Mond- u. Sonnenfinsternisse erkennen.
In der chinesischen Mythologie glaubten die Chinesen, dass bei einer Mondfinsternis ein Drache den Mond verschlingt. Noch heute heißen die Schnittpunkte zwischen Erdbahnebene und Mondbahn daher Drachenpunkte, denn nur an diesen Punkten kann es zu einer Mondfinsternis kommen.
Der Mond erscheint in der Tat tief kupferrot bei einer Verfinsterung und der Anschein von einem blutenden Mond ließt die Menschen erstarren. Die Chinesen hatte ihre Methoden, den Drachen zu verjagen: Mit viel Lärm und Gepolter konnte der Mond einige Stunden nach Beginn der Verfinsterung befreit werden.
Ablauf der Mondfinsternis
Erster Kontakt – Berührung des Halbschattens siehe Abbildung 1
Die Mondfinsternis beginnt eigentlich mit der ersten Berührung des Mondes mit dem Halbschatten der Erde. (Erster Kontakt) Als Beobachter auf der Erde kann man zu diesem Zeitpunkt noch keine Verdunkelung am östlichen Rand des Mondes erkennen.
Interessant ist die Feststellung, dass der Kernschatten der Erde hierbei ca. 2.5 mal größer ist als der Vollmond. Fortan taucht der Mond nun pro Sekunde ca. 1 Kilometer tiefer in den Halbschatten der Erde ein. Nach ca. 45 Minuten kann man bald schon eine Verdunkelung von West nach Ost erkennen.
Sobald der Mond vollständig in den Halbschatten eingedrungen ist – der Ring des Halbschattens der Erde ist etwa so groß wie der Mond – bekommt er eine deutliche bräunliche bis rot-bräunliche Färbung. Nach ein paar Minuten ist der Mond bereit, den weiter wandernden Kernschatten der Erde zu berühren.
Abbildung 1

Zweiter Kontakt – Eintritt in den Kernschatten – Der Drache verschlingt den Mond (siehe Abbildung 2)
Der Mond hat nun den Kernschatten der Erde berührt. Diese Situation wird als zweiter Kontakt bezeichnet. Auf der Erde erkennt man nun am Mond, bei gutem Wetter, eine deutlich markierte Abschnittsgrenze von Licht und Schatten.
Einige Krater auf der Mondoberfläche erleben nun eine totale Sonnenfinsternis, da nun die Erde zwischen Sonne und Mond getreten ist und der Kernschatten der Erde auf die Mondoberfläche fällt.
Jetzt spricht man von einer partiellen bzw. teilweisen Mondfinsternis. Die verdunkelte Seite des Mondes schimmert nun in einer kupferroten Farbe dem Betrachter auf der Erde entgegen. Da die Helligkeit des Vollmondes abnimmt, können schon einige Sterne in der Nähe des Mondes sichtbar werden. Der Kernschatten der Erde wandert unausweichlich weiter und geht der Totalität entgegen.
Abbildung 2

Dritter Kontakt – Eintritt in den vollständigen Kernschatten (siehe Abbildung 3)
Die Totalität der Finsternis auf dem Mond hat nun begonnen. Man spricht von dem dritten Kontakt. Der Mond ist also vollständig in den Kernschatten eingedrungen. Alle Gebiete der zur Erde gewandten Mondoberfläche leuchten nun kupferrot. Am Höhepunkt der Totalität beginnt das Licht des Mondes in ein schwaches Dunkelrot überzugehen und alsdann in einem matten bräunlich-grauen Farbton auszuharren.
Doch warum sehen wir keine vollständige Verdunkelung des Mondes?
Die Erdatmosphäre streut abgelenkte Lichtstrahlen der Sonne in den Kernschatten, so bleibt der Mond auch bei der größten Verdunkelung noch sichtbar. Kurzwelliges blaues und grünes Licht wird durch Wasserdampf und Staubteilchen in der Erdatmosphäre herausgefiltert, ähnlich wie bei einem Sonnenunter- bzw. aufgang.
Dies erklärt auch die kupferrote Farbe des Mondes bei einer Mondfinsternis. Die totale Verfinsterung des Mondes kann mehr als 105 Minuten dauern. Nach ca. 1 Stunde wird der Mond den Kernschatten gänzlich verlassen und beendet somit mit dem 3. Kontakt die totale Mondfinsternis.
Abbildung 3

Vierter Kontakt – Ende der totalen Phase (siehe Abbildung 4)
Der Mond berührt jetzt wieder den Halbschatten der Erde. Die totale Phase der Mondfinsternis ist vorüber und der Kernschatten der Erde wandert unablässig über die unzähligen Krater des Mondes.
Scharfe Konturen von Licht und Schatten sind wieder auf den Trabanten der Erde auszumachen. Der 4. Kontakt endet mit dem vollständigen Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde.
Abbildung 4

Fünfter Kontakt – Austritt aus dem Kernschatten (siehe Abbildung 5)
Der Mond hat nun den Kernschatten verlassen. Der fünfte Kontakt beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten. Als Beobachter auf der Erde, kann man keine Verdunkelung des Mondes mehr erkennen. Die übliche Helligkeit des Mondes kehrt wieder zurück und die Sterne, die man in der Verdunkelungsphase des Mondes noch erkennen konnte, verblassen wieder und werden für das bloße Auge unsichtbar.
Mit dem 6. Kontakt endet die partielle Mondfinsternis.
Nach ca. 60 Minuten endet die Mondfinsternis mit dem Austritt des Mondes aus dem Halbschatten der Erde. Eine Mondfinsternis kann insgesamt 5 bis 6 Stunden dauern.
Abbildung 5

Sechster Kontakt – Austritt aus dem Halbschatten (siehe Abbildung 6)
Der Mond tritt nun endgültig aus dem Halbschatten der Erde. "Der Drache, der den Mond in der totalen Phase verschlungen hat, gibt den Mond wieder frei.
Die Mondfinsternis ist vorbei mit dem vollständigen Austritt des Mondes aus dem Halbschatten der Erde.
Abbildung 6
